Gebet, Sieg, Drohung(art77blog.axel-von-criegern.de.Nr.216)

„Power 2020“, Bleistift,Grafit, ©️Axel von Criegern 2019.

Gerade bin ich noch an einer vorweihnachtlichen Aufgabe einen Mann zu entwerfen, der Stärke verkörpert. Klar, dass die Botschaft vor allem vom Oberkörper ausgehen muss. Ich stolperte über eine Vielzahl von Bedeutungen, die sich mit den erhobenen Armen verbinden. Eine dieser „Archetypen“ ist die betende Figur, der „Orant“, der frühen Religionen. Heute steht diese Haltung für Flehen, Verzweiflung, Trauer, Begeisterung. Ebenfalls früh kommen schon die erhobenen Arme der „Victoria“ vor, die wir heute noch vom Boxsport und Laufwettbewerben kennen. Aus der griechischen Mythologie kennen wir den „Atlas“, der die Erdkugel auf seinen Schultern stemmt. Aktuell sind natürlich die „Bodybuilder“ zu nennen, bei denen in dieser Pose die Arm-und Brustmuskeln besonders eindrucksvoll zur Geltung kommen. Für meine Arbeit fand ich bei #Raffael eine Personifikation des „Erdbebens“, die sowohl die Kraftanstrengung, als auch die Vorwärtsbewegung miteinander verband, die mir vorschwebte. Als nächstes gilt es das Ganze in eine #„Reinzeichnung“ zu übersetzen. Auch ein „Kraftakt“, bei dem es allerdings weniger um Körperkräfte als um genaue Vorstellungen und Konzentration geht. Fröhliche Weihnachten!

# Pietro Santi Bartoli( 1635- 1700) Radierung nach Raffael „terrae motus“ aus: Corinna Höper u.a. Raffael und die Folgen, Stuttgart 2001; Abb.121.

English Summary
Designing an allegorical figure that stands for power and strength I chose a male with uplifted arms. I remembered a lot of representations of pity, praying, victory and last but not least the bodybuilders. Paging through a volume with etchings after Raffael I found a design of a man who pushed and moved a whole mountain with arms and shoulders. It was the figural presentation of an earthquake.Now I was sure to have chosen the right way. I wish you a Merry Christmas!




Mein analoges Mini Digi Labor (art77blog.axel-von-criegern.de Nr.215)

„Mein analoges Mini Digi Kunstlabor“ . Bleistift, Buntstifte sind 8x8cm, ©️Axel von Criegern 2019

Ich hatte Speicher-Probleme, daher der screen shot

Der Kunst-Idiot(art77blog.axel-von-criegern. Nr 214)

Skizze zu einem „Xylo-phon“; Bleistift, Weißhöhung, ©️Axel von Criegern,2019

Diese Zeichnung entstand nach einer Gesprächsrunde wegen einer Ausstellung mit Künstler*innen, einer Kuratorin und einer Volontärin. Es gab mehrere offene Fragen: sollten wir uns mit dem Treppenaufgang des Museums bescheiden? Sollten wir mit unserer erkennbar marginalen Rolle neben der von der Volontärin geplanten Hauptausstellung „Inside-Outside“ zufrieden geben? Die etwas mühsamen Versuche der Kuratorin die Möglichkeiten schön zu reden, verstärkten das ungute Gefühl der Künstlergruppe.
Das nahm ich zwar auch alles wahr, war aber keineswegs unzufrieden.
Während meiner eben zu Ende gegangenen Ausstellung #„Wie geht Kunst?“ hatte ich wegen meiner Holzskulpturen viel Zuspruch bekommen. Ohne Zweifel waren sie mir dadurch wieder näher gerückt. Ich hatte Lust daran, wahrscheinlich in kleineren Formaten weiter zu machen. Das Thema „Inside-Outside“, brachte mich zu meinem Dauerbrenner für das Plastische zurück- der Innen- und Aussenplastik, frei nach Henry Moore.


„Inside-Outside“, Apfel 1972,©️Axel von Criegern 2019 (Foto: T.G.de Maddalena, Tübingen)

Die gewiss nicht einladende Vorstellung einer Ausstellung im Treppenhaus stieß bei mir Phantasien von beweglichen Skulpturen-Vorhängen an. Das Stichwort „mit allen Sinnen erfahren“ löste bei mir die Vorstellung eines neuen Modells von „Xylo-phon“ aus, da jedes Stück Holz ja anders klingt und sogar die unterschiedlichen Holzfarben könnte ich mit einbeziehen.
Sofort nach Verlassen des Museums machte sich bei allen der Unmut Luft- bei mir allerdings nur halbherzig, hatte ich doch tolle Anregungen zur Bewältigung des Nach-Ausstellungs-Tiefs bekommen. Irgendwie fühlte ich mich wie ein „Idiot“, was im Altgriechischen einen Privatmann bezeichnet. Jemand, der sich öffentlichen Aufgaben entzieht. In meinem privaten Glück war ich eindeutig ein # „Kunst-Idiot“! Aber natürlich werde ich am nächsten Treffen, bei dem Voraussetzungen und Bedingungen unsererseits besprochen werden sollen, teilnehmen!

English Summary
We had a meeting with some Museums-People which endet for us arists horrible. Leaving the building everybody complained- except me! There had been terrible offers like a show in the staircase and references to the major Museums-Exhibition „Inside-Outside“. Certainly disappointing, but in a strange way inspiring for me. After the shortly before endet one man-show „Wie geht Kunst?“ I wanted to go on with wood sculpturing. Why not try small scale wooden objects in flexible arrangements for the staircase, why not continue my way researching „Inside“ and „outside“ of sculptures and why not inventing a new type of „Xylo-phone“? I felt a little bit like an idiot, a person in old Athens that didn’t care for public affairs, you know? So to say an art-idiot.


#Kunst-Idiot, #“Wie geht Kunst?“

Animieren in Zeiten der Über-Animation(art77blog.axel-von-Criegern Nr.213)

Lost in animation“. Aluminium,Acryl-Stifte, 21×14 cm. ©️Axel von Criegern,2019

Animieren heißt etwas “beseelen“, heute aber auch zu etwas anregen („Animierdame“). In meiner eben zu Ende gegangenen Ausstellung „Wie geht Kunst?“ ist mir das unangenehm aufgestoßen. Die Haltung vieler Besucher habe ich als Spaß- und Konsum-orientiert interpretiert. Nur wenige Menschen waren erkennbar bereit sich auf Kunst einzulassen. Vielleicht auch in einer Jahreszeit zu viel verlangt, in der es überall aufreizend blinkt und jault. Also: wie kann man als Künstler gegen die Überanimation steuern, ohne „aus der Zeit zu fallen?“ Im Falle der kleinen Blechfigur, die ich gerade fertiggestellt habe, wollte ich eine meiner Kunst-Methoden (vergl. Art77blog, Nr. 121, Februar 2018) beleben und animieren. Das Raster mit seinen bunten Zeichen greift in den Raum und wird zum Schluss noch auf einem Plattenspieler gedreht und von einem gesprochenen Text begleitet (s. Instagram Axel von Criegern). Nicht nur hier ist es mir dabei wichtig, dass die Präsentation nicht die Substanz überformt und den Betrachter „platt macht“, sondern die Wahrnehmung anregt um sich dem zu nähern,was Kunst vermitteln kann.

English Summary
Walking through a shopping mall I realized that right now before Christmas season there is a hell of blinking and screaming – and why, what for? To distract from the miserable, cheap toys and decoration stuff. As artists we need ways of presentation- in our own work, art shows, journals. One of my „Leitideen“ is to move my art, „animate“ it in one or the other way. That hasn“t to be perfect, but decent just so far to catch an eye.


# art77blog.axel-von-Criegern: „Wie geht Kunst?“ edition cantz,2019( with engl. subtitles)
# „Wie geht Kunst?“ 5 Videos der Ausstellung Oktober/November 2019 in Tübingen in Youtube Axel von Criegern/art77blog
# 5 Kurzvideos auf Instagram (Axel von Criegern)“Wie geht Kunst?“

Ich führe durch die Ausstellung „Wie geht Kunst?“(art77blog.axel-criegern-criegern.de. Nr.212) | Art77blog

Ich führe durch die Ausstellung „Wie geht Kunst?“(art77blog.axel-criegern-criegern.de. Nr.212) | Art77blog
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Ich führe durch die Ausstellung „Wie geht Kunst?“(art77blog.axel-criegern-criegern.de. Nr.212)

Foto-Termin mit der Fotografin Gudrun de Maddalena am vorletzten Tag der Ausstellung „Wie geht Kunst?“ in der Kulturhalle Tübingen.

Das war ein wunderbarer Vormittag mit einer Voll-Profi, die sehr schnell das Konzept der Ausstellung verstand. Ich war gut drauf, weil es mir gestern Abend noch kurz vor Mitternacht gelungen war das erste der angekündigten 5 Videos auf YouTube unter „Axel von Criegern“ zu posten. Es war nicht so glatt gelaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Die fünf Videos sind auf Dropbox gespeichert, ich konnte sie aber nicht exportieren, weil es auf Dropbox keinen Speicherplatz mehr gab. Also updaten, exportieren in meine Mediathek. Wahrscheinlich war ich so müde, dass ich nicht gemerkt habe, dass das Video auf „Axel von Criegern“ landete und nicht auf „art77blog“. Na ja Ihr werdet es finden.Jetzt möchte ich natürlich die noch folgenden Videos auch dort hochladen. Das wird auch nicht sofort gehen, aber ‚ wir schaffen das!‘

English summary
My son in law, Marc, had the wonderful idea for a Video of a private guided tour through my show „Wie geht Kunst?“ (How is art ?). Using his iphone the sound was far away from satisfying, but we agreed that it would be helpful for those who had missed the show. Yesterday I uploaded the first of the five videos on YouTube. You find it under the Youtube-account „Axel von Criegern“. The rest will follow soon
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Der Künstler führt durch seine Ausstellung „Wie geht Kunst?“(Nr 1 von 5 Videos) | Art77blog

Der Künstler führt durch seine Ausstellung „Wie geht Kunst?“(Nr 1 von 5 Videos) | Art77blog
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Meine „englische“ Krise (art77blog.axel- von-criegern.Nr.211)

„Krisen-Engel“. Aluminium, Acryl. H. 28cm, ©️Axel von Criegern 2019
#“Englische“ Krise hat nichts mit Brexit zu tun, sondern ist hier ein Adjektiv von „Engel“. Krise ist es trotzdem. Als Künstler nervt mich das übliche Engel-Schema. Aber es ist gar nicht so einfach auszubrechen (siehe #art77blog.axel-von-criegern.Nr.210 Der Engel vom Grandhotel). Ohne Flügel und eine Art von menschlicher Figur geht nichts. Dabei zeigten die ersten christlichen Engel-Darstellungen stehende, ernste, flügellose junge Männer. Wichtige Engel wie die Seraphine oder Cherubine hießen Gabriel, Michael, Uriel. (Siehe den Artikel Engel im #LCI, Lexikon der Christlichen Kunst, Rom,Freiburg,Basel,Wien 1974 und #Giorgio Agamben „Die Beamten des Himmels. Über Engel. Frankfurt,Leipzig 2007).
Für unsere Vorstellungen von Engeln sind die in der Renaissance aufkommenden #„Kinderengel“ zuständig. Diese wiederum gehen auf die schon in der griechischen Antike geläufigen #Cupidi, #Amoretten, #Putti zurück.
Im Grunde sind es die modernen weihnachtlichen Stimmungsmacher, die allgegenwärtigen Konsum-Anheizer, die mich als entscheidend durch die 60er und 70er Jahre geprägten Menschen aufregen. Eine Zeitlang habe ich mit meinen Blechengeln eifrig dieses Schema variiert und parodiert. Irgendwann erschöpfte sich diese Lust. Man kann sich inhaltlich, konsumkritisch,religiös mit diesem „Missbrauch“ beschäftigen. Bei meinen jüngsten Engel störte ich mein eigenes, für die Blechengel entwickeltes Schema. Ich begann wieder mit einem Rechteck aus Aluminium- Blech, formte die untere Hälfte konisch wie einen Rock, schnitt diese Form allerdings an mehreren Stellen auf und schnitt insgesamt achtloser drauflos. Entscheidend wollte ich mit der Farbe stören. Ich versuchte den Zwang des Schemas durch einen „wilden“, undisziplinierten Einsatz der Farbe aufzuheben – und bin gescheitert! Vielleicht aber auch nicht: schließlich gab es auch „böse“Engel und Dämonen.

English Summary
I realize that it is hard to criticize the friendly image of the Christmas angels as simple consume promotion. You can imagine protest actions in shopping malls or something like this. As you know my way is different. I want to express my critique through a change of the angel image itself. So I cut the basic shape of an angel out of a sheet of aluminium. Since I have done that very often I could probably do that blindfold. This time I cut less careful as I am used to and I apply acrylic colors in a „wild“ way. But I am not sure whether this is a critical artwork or simply an ugly, „disgusting“ angel.