Leicht und verspielt (Nr. 134)

Siehe den gleichnamigen Film auf YouTube, Kanal Axel von Criegern

Leicht und verspielt, Aquarell, Feder, Tusche, 2018

Das einwöchige Posten von „art77blog“ setzt mich manchmal ganz schön unter Druck. So geschehen bei den Filmen Nr. 132 und 133. Als ich merkte, dass ich bei einem weiteren Höhenflug nichts Vernünftiges erreichen würde, rief ein Freund durch Atelier-Fenster: „leicht und spielerisch bleiben!“ Ich ließ mich sozusagen entspannt zurückfallen und begann mit Aquarell Zeichen zu pinseln. Ohne Raster ließ ich Zeichen und Reihen aufeinander folgen, wie bei einem Brief.Als ich merkte, daß die Sache zu flüchtig wurde, habe ich mit Feder und Tusche Akzente gesetzt. Zwar arbeitete ich leicht, doch  zugleich hoch konzentriert. Unendlich oft habe ich solche Zeichenfolgen gemalt und gezeichnet. Ich bin ein Fan früher Schriften, schreibe und lese meine „Texte“ . Daß es Strukturen braucht, die eine solche Seite auch gestalterisch „lesbar“ macht, weiß ich aus vielen, vielen illustrativen Arbeiten. Hier habe ich das Schwarz oben hinterlegt und dadurch die Zeichen veklammert . Dieser Zusammenhalt wird nach unten leichter und löst sich unten wie bei einem unterzeichneten Brief soweit auf, daß auch keine Tuschestriche mehr sinnvoll sind. Im Film zeige ich noch kunstgeschichtliche und alltags- ästhetische Bezüge.

English Summary

Looking back the posts of the last two weeks were pretty heavy. A friend watching me working for this post said „Take it easy!“ I felt this was a good advice. Feeling free I started to paint signs in watercolour, as I had done often before. This time I focussed on the drive of the page. In the upper part the signs were packed in black, further down, supported by pen an ink -contours and at the end became looser, open playing. Please look at YouTube : Axel von Criegern: „Leicht und verspielt.“

 

 

 

 

 

 

 

Was Zeichnungen verraten (Nr. 133)

1958. Weibliche Figur. Feder, Tusche laviert; 28x23cm

Ein Film „What drawings tell“  mit biografischen Bezügen ist auf meinem YouTube-Kanal „Axel von Criegern“ zu finden

Eine sehr dichte Bleistift -Zeichnung , die in den vergangenen Tagen entstand, hat mich nachdenklich gemacht: Habe ich nicht schon immer wieder einmal so gezeichnet?  Ich habe einige Arbeiten, die zwischen 1956 und heute entstanden sind, zusammengesucht:

1956– Mit 17 Jahren entstand das Selbstbildnis unter deutlichem Einfluss des Kubismus: Selbsterforschung und Selbstdarstellung als Künstler.

1958– Mit 19 Jahren Erproben eines expressiv- dekorativen Stils, der auch heute noch eine gewisse Bedeutung für mich hat.

1962– Verdichten als Mittel Gegenstände so sachlich wie möglich abzubilden und darzustellen.

1972-Verdichtung um sich dramatisch -politisch zu äußern (hier das anhaltende Thema des Vietnamkriegs). Provokation durch Kontrast mit einem Motiv A.Dürers. (Nach dem Abschluss der klassischen Kunstgeschichte und Archäologie mit einer Dissertation über Jan Steen wurde die Verbindung von Kunstgeschichte und eigener künstlerischer Praxis  zu meinem didaktischen Leitmotiv.)

2008– Verdichten um ein literarisch vorgegebenes Thema eindringlich darzustellen. Ausgewogenes  Verhältnis von Inhalt und künstlerischer Lösung ( seit 1979 vielseitige Erfahrungen als Illustrator. 1996 „Vom Text zum Bild. Wege ästhetischer Bildung“)

2018– Mit 78 Jahren deutliche Steigerung des Interesses an der grafisch-künstlerischen Qualität mit Hilfe der Verdichtung. Das Thema ist nicht vorgegeben, sondern die Zeichnung „verdichtet“ sich mit jedem Strich von der ungefähren Form hin zum „grafischen Gegenstand“.

 

English Summary

When drawing the last days it seemed to me a very familiar kind of drawing, that I practised since ever. I chose and compared drawings, not sketches, of various periods. 1956: The selfportrait of the 17 years old  artist tells about orientation (cubism!) and curiosity. 1960- 2008: Drawings of the grown up, „settled“ artist are design statements and illustrations and show a good balance of matters and aesthetics. 2018 stands for the late artist, who has a major interest in the quality of performance and self- reference of art. Probably this is very different in everybodies life. But I think its worth to watch changes and devevelopments already in earlier years.

1956. Selbstporträt; Bleistift ,23×19,5 cm
2008. „Die drei Tauben“, Federzeichnung zu Peter Prange „Die Gottessucherin“
2018 „o.T.“ Bleistift, 16x 15 cm

 

 

 

Eine Skulptur mit aufgemalter Betrachtungsanleitung (Nr.132)

Axel von Criegern: Zinkblech, Acryl-Stifte (Molotow), 2018 ;copyright

Das zugehörige Video „Eine Skulptur mit aufgemalter Betrachtungsanleitung“ ist bei YouTube eingestellt: Axel von Criegern, Videos zu art77blog.

Nach einer Woche disziplinierter Arbeit an dem zuletzt entstandenen Metallrelief aus Quadraten und Würfeln, gewann die Lust am spielerischen Gestalten (wieder) die Oberhand. Im Atelier fiel mein Blick auf eine kleine, bunte Plastik aus dünnem Alu-Blech. So etwas, aber unter Einbeziehung der in der Woche zuvor gewonnenen Form-Sicherheit,  konnte ich mir vorstellen.Ich wählte ein starkes Zinkblech und schnitt in Gedanken an eine feste Struktur  selbst  Kurven und Kreisformen. Während der Arbeit kam mir die Idee die Struktur auf das Metall zu zeichnen und zu malen. Was entstand ist, wohlwollend betrachtet,  eine integrierte Betrachtungsanleitung, vielleicht aber auch nur Dekoration. Es entsteht die Frage, ob sich der tiefere Sinn dieses Designs einem Betrachter erschließt oder ob nicht das Zusammenspiel von Material, Form und Farbe der eigentliche Sinn ist.

English Summary

A sculpture with the painted advice how to look at it“ was the reaction to the very disciplined work of last week (Nr. 131). I decided to make the basic square grid visible with paint on the surface of the object. Hard to say whether this kind of instruction has any influence on our visual perception or if it is just  a free game of forms and colours.

Ein geometrisches Blechrelief entsteht (Nr. 131)

ALS FILM 11 IST DAS VIDEO UNTER ‚ Axel von Criegern’ BEI YOUTUBE EINGESTELLT

Ich habe den Verdacht, daß mein schulisches Mathe-Trauma tief in meine Kunst hineinwirkt. Bei diesem Relief aus dünnem Aluminium-Blech schnitt ich ein Quadrat in einer proportional angemessenen Abmessung als Startform. Spielerisch und ausgesprochen lustvoll habe ich die Möglichkeiten des Hochstellens, Klappens und der Raumbildung erprobt. Relativ früh habe ich mit Viertel-Quadraten den Rhythmus verändert und dadurch das entstehende Relief lebendiger gemacht. Klar, daß ein solches Vorgehen an die Bauhaus-Lehre erinnert, aber das sind für mich keineswegs unangenehme Anmutungen! Was ich bei dieser Arbeit eigentlich erst so richtig entdeckt habe, sind die offensichtlich unbegrenzten Möglichkeiten des Spiels mit der Geometrie.  Damit verbindet sich eine Hoffnung,  daß die über Jahrzehnte in die Breite gegangenen künstlerischen Aktivitäten ihre Wurzeln im ruhigen Reich der Geometrie haben könnten.Man verzeihe einem Mathe-Versehrten diese romantische Vorstellung!

English Summary

As many other people I suffer from a Mathematics-Trauma since school times. Working on a geometric base in art gives me a good feeling of familiarity with this realm behind the locked door. Forming an aluminium sheet to a relief was such a good, playfull experience. Of course I was quite aware of the close relation to the Bauhaus-Teaching. Thats not a shame. As a video you can see and hear me work with this relief on YouTube; Axel von Criegern Film 11 .

Towards moved pictures: Bachs Cello suites ( Art77blog Nr.130)

Eine verrückte Geschichte. Ich habe zu J. S.Bachs Cello Suiten ein Aluminium- Bild geschnitten und gemalt. Das Ergebnis war niederschmetternd- Plastisches und Farbe gingen nicht zusammen, der Übergang vom Naturalismus zur abstrakten Symbolik war nicht nachvollziehbar. Ich knickte das Blech erst einmal in drei Teile und kam darüber zur Trommel-Form. Diesen Zylinder stellte ich auf einen Plattenteller und machte mit der iPhone- Kamera ein Vdeo bei 32 Umdrehungen. Das war ein Blick zurück ins 19. Jahrhundert, „ als die Bilder laufen lernten“. Sicher noch nicht das Gelbe vom Ei, aber verheißungsvoll…

Das Video ist auf YouTube zu sehen: Axel von Criegern: Film 10.Towards moved pictures (Art77blog, Nr. 130)

Eine Zwischen-Zeichnung (Nr. 129)

 

 

 

Bisher habe ich Zinkblech entweder gefaltet und dann bemalt oder mit dem Hammer getrieben. Meine Erfahrungen mit dem Ziselieren von dünnem Aluminiumblech wollte ich auf eine Zinkarbeit übertragen. Ich schnitt und faltete (knickte, bog, kantete…) das Blech. Angesichts der Stärke des Materials wollte ich die Oberfläche mit kräftigen Schlägen eines spitzen Werkzeugs rasterartig punktieren. Ich begann die erste Teilfläche mit solchen „Pocken“ zu überziehen und- war blockiert . Meine Vorstellung hatte weder die wechselnde Richtung der Flächen,  noch deren Größe oder gar den Lichteinfall berücksichtigt.

 

 

 

Um weiterzukommen, ahmte ich diesen  Vorgang als Zeichnung nach und „hämmerte“ ein kleines Stück Papier mit dem Kugelschreiber. Durch Verdichtung , Grössenveränderung und unterschiedlliche Ausdehnung versuchte ich Rhythmus und Lebendigkeit zu erzeugen.

Um es kurz zu machen :  das hatte eine klärende Wirkung , ließ mich beim Blech die Punktdichte wechseln , vor allem aber unterschiedliche Punz-Werkzeuge einsetzen. Was war geschehen? Ich konnte jetzt die kleinen Flächen nicht nur im plastischen Zusammenhang sehen, sondern auch in der grafischen Gestaltung , sozusagen im Bildzusammenhang.

Für mich war das wichtig, weil ich eine Zeichnung zum ersten Mal bewusst nicht als Vorzeichnung oder eigenständige Arbeit, sondern in dieser speziellen Situation (und Funktion) angefertigt habe.

P.s. Ich habe bei Paul Klee in seiner „ bildnerischen Formenlehre“ etwas ähnliches erwartet, bin aber nicht fündig geworden. Der Grunddafür ist: Mein Beispiel ist nicht grundlegend, sondern situations-und methodenorientiert.

English Summary

My punching experiences come from thin aluminium sheets. Last week I tried to transfer these experiences on heavier  . I started with a vision of a completely covered sculpture and started to cut and form the metal. Soon my unregularly spread point punches appeared incidental and not very inspired. Now I transferred metal punching on very small paper and hit it with a ballpoint instead of a pin or cisel. It was a crucial step from the sculptural, threedimensional concept to a picturesque perception. Now I continued my work watching the sculpture becoming a multiview, 3-D graphic. Since the drawing was placed inmidst of  a creative process in a complete differerent material and size I called it an inbetween drawing- Zwischenzeichnung!

 

 

 

 

Künstler-Schriftsteller und die raue Wirklichkeit ( Nr. 128)

‚Der Aufbruch ins Ungewisse‘ aus der Tuwo-Saga, Federzeichnung 1986

Q

Viele Künstler-Autoren haben wahrscheinlich schon ähnliches erlebt: Ein Jahr Amerika hatte zu einer Rahmengeschichte für meinen naturwüchsigen Helden „ Tuwo“ angeregt. Eine Gruppe der Tuwos bricht eines Tages mit einem Schilfboot auf und landet in einer nordamerikanischen Stadt. Nach einigen ganz besonderen Erlebnissen treten sie ernüchtert die Heimfahrt an.

Ich hatte zwei Skizzenbücher mit dieser Bildgeschichte gefüllt und dem Redakteur eines großen süddeutschen Verlags gezeigt.  Zuvor hatte ich bei diesem Verlag bereits zwei kunstpädagogische Bücher und ein Taschenbuch zum Thema „ Skizzieren und Zeichnen von A bis Z“ veröffentlicht. Ein günstiger Umstand war, dass der junge Mann von einem Verlag kam, bei dem ich ein Handbuch der Ästhetischen Erziehung herausgegeben hatte. Sozusagen ein Vertrauensvorschuss. In engem Kontakt mit dem Redakteur und in regelmäßigem „Lieferungen“ entstand die Geschichte zusammen mit Federzeichnungen. Zur Übergabe des Manuskripts trafen wir uns im Verlag. Der Redakteur war in euphorischer Stimmung und ich sonnte mich in seiner  Begeisterung. Als ein Mann durch das Besprechungszimmer huschte, eilte ihm mein Redakteur nach und konnte ihm wohl noch einen  Blick auf die Tuwo-Saga abtrotzen.  Kurze Zeit darauf kam er am Boden zerstört zurück. Das sei der Vertriebsleiter gewesen, der dringend von dem Projekt abrate und es auch nicht zu vertreiben gedenke. Angesichts meiner Fassungslosigkeit bot der junge Mann an, das Buch vertragsgemäß herzustellen, -aber eben nur das! Zorn und verletzter Stolz liessen mich mein Jahrhundertwerk einpacken und die Heimreise antreten. So etwas hatte ich vorher und auch später nicht erlebt, obwohl ich eine Reihe von Buch-Pannen hinter mir hatte und noch einiges vor mir liegen sollte. Mein Rat für alle, die in eine vergleichbare Situation geraten heißt, durchziehen und herstellen lassen. Die Zeiten ändern sich wieder und der Verlag muss sich wegen der Herstellungskosten auch etwas einfallen lassen.

ENGLISH SUMMARY

This may happen to any author: you offer a project to the editor of a big publisher. You have an agreement and even a contract. You both cooperate in an excellent way. The day when you celebrate the delivery of your work together with the editor, the sales manager passes by. He is not willing to sell it!!  In my case the shock injured and offended me and my work; I grapped my manuscript and drove home. Please, never ever do this. The contract obliges the publisher to produce your work what ever they tell you . It is a sad matter of fact, that you very rarely find  another publisher for your work if this happens!

Blog-Urlaub / Blog Break (Nr. 127)

Palmsonntag in Italien

Aus der Feder eines leidenschaftlichen Senior-Bloggers liest sich dieser Titel nicht überzeugend. Aber Tatsache ist, dass das Bloggen als Kunst verstanden, denselben Anforderungen unterliegt wie jede andere kreative Produktion.Es geht um Planung, Spontaneität, Kontinuität, Energie. Ob Pariser Boheme um 1900, ob exzessiver Rauschmittel-Konsum, Eremitentum, Wechsel des Materials oder der Gattung- es ist immer dasselbe. Es geht darum den Motor, das, an was man glaubt, in seiner Funktion aus einem gewissen Abstand zu beobachten und zu überdenken . Hier könnten als Beispiele eingefügt werden: Chopin und George Sand auf Mallorca, Hemingway in Spanien, Picassos literarische Arbeitsphasen, Pollock und der Alkohol u.v.a.m. Hier kann man aber auch unfreiwillige „Urlaube“, wie Michelangelos widerstrebendes Nachgeben der päpstlichen Anordnung die sixtinische Kapelle auszumalen oder die innere Emigration von Künstlern zur Umgehung des Arbeitsverbots, anführen.

Licht und Schatten: Stühle vor San Lorenzo, Acryl auf Maltuch, 2007
Aktuelle Kupferarbeit
Hl. Sebastian ; Kupfer, 2016/17
Natürliche Stein-Spaltung
 Osterferien mit der Großfamilie sind dagegen ein banales Beispiel, können aber denselben Effekt haben, den Arbeitsfluss, auch des Bloggens, zu unterbrechen. Und wie bei allen Unterbrechungen dieser nicht so erwarteten Art, kommt es zu „Entzugserscheinungen“. Ich nutze die Phase der zerstreuten Wahrnehmung- der aktuellen Arbeit, älterer Arbeiten, der nicht alltäglichen Umgebung, der Kinder und Kindeskinder, der Freunde, der Gastlichkeit und des Schenkens , -um Abstand zu dem, was ich sonst so mache, zu gewinnen. Damit bekommt ein solcher Urlaub seinen ganz normalen, so gar nicht genialischen Sinn. Danke!

 

La colomba, klassisches Ostergebäck.Dieses Exemplar ähnelt im ausgepackten Zustand eher einer gebratenen Gans.         

 

 

 

 

 

 

 

English Summary
I take the chance of a easter-break with the larger family , children and grandchildren, to get some distance to my work, including blogging. Blogging as an art itself follows the rules as any other creative production.

I take the chance of a easter-break with the larger family , children and grandchildren, to get some distance to my work, including blogging. 

 

 

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Zweidimensinale „Skulptur “ (Nr. 126)

Zweidimensionale Skulptur , Marker auf Papier, 10x10cm, 2018

 

Man kann sagen, dass alle Arbeiten auf flachen Bildträgern im Kern die Aufgabe enthalten, Raum darzustellen.In meinem speziellen Fall geschieht das ohne Abbildungs-Absicht. Wie wenn ich mit Hammer und Meissel arbeite, „schlage“ ich mit Bleistift oder Marker Punkte aufs Papier. Diesen Prozzess verfolge ich mit mittlerer Aufmerksamkeit . Nach einigen Punkten bringe ich dadurch Raum (-ilusion) aufs Papier, dass ich den Abstand zwischen den Punkten vergrössere oder verkleinere. Dabei gibt es keine Vor-stellung, sondern nur diesen Prozess. Wie eine Landschaft breiten sich die Punkte aus. Wenn bei diesem kleinen Format die Grenzen erreicht sind, gibt es unleugbar kleine, abschliessende Korrekturen in Richtung Bild.

Such ich Vergleiche in der Kunstgeschichte, führt der Weg zu den“Pointillisten“, v. a. George Seurat . Das betrifft aber nur die behutsame Modellierung der Körper und Gegenstände, aber nicht das Ziel. Seurat wollte abbilden, ich aber in diesem Beispiel nicht. Ich behandle Metall, Holz, Stein im selben Modus:  in erster Linie ohne Abbildungs-Absicht.

AvC ,zwei Köpfe, Zink, 2015

English Summary

AvC, granit, 1962

 

 

I am a „Fan“ of almost static , monumental drawings, as those of the „Pointillists“, f.e. George Seurat. But there is a basiic difference. My kind of „pointillisme “ is abstract. It may happen that while watching the points growing on paper an allusion of something real comes up. But this is not the target! Because I practice  the same method in stone, metal,wood, I call it „two -dimensional sculpture“.

Tondo ( Nr. 125)

Axel von Criegern, Tondo („aus dem Zentrum heraus“), Acrylstifte, 22x 21 cm. ©avc2018

Bei meinen Untersuchungen zu Gestaltungsgrundlagen wollte ich dem statischen Raster ein zentrifugales, „explosives“ Verfahren gegenüberstellen.

Zwar haben die schwarzen Zeichen, die in alle Richtungen weisen, Unruhe erzeugt, aber es fehlte die Gegenkraft in Form der  Zentrierung. Das bewog mich zum Einkreisen dieser Formen und zur Betonung des Zentrums durch quirlige Zeichen. Auch beim Einsetzen von Farben versuchte ich diese Rund-Form zu unterstützen. Deutlich ist auch der schwarze innere Ring, der die Tellerform  wiederholt. Der kleine kompakte, rote Kreis in der Mitte erinnert an eine Zielscheibe. 

 

 

 

 

 

Ich nenne das Bild „Tondo“ weil es den typischen Scheibencharakter hat. Scheiben-Bilder gibt es seit der Antike. Die Rundkomposition (ital. Ro-tondo ) wurde aber erst im 15.Jhdt in Italien zur künstlerischen Herausforderung ( u.a. Botticelli, Michelangelo). Hierzu steht nun allerdings mein Tondo quer!  Zur Kreisform habe ich mich ja erst später entschlossen, um der Dynamik einen Rahmen zu geben. Dieses Verfahren erinnert mich mehr an das Zentrieren eines Tonbatzens auf der Drehscheibe als an das Komponieren in der vorgegebenen Kreisform.

Möglicherweise hat zum Schluss die Assoziation eines kosmischen Körpers die hellen Punkte im schwarzen Raum ausgelöst. Durch Stephen Hawkings Tod am 14. März 2018 und die gewichtigen Nachrufe bewegt, geht mein Blick aber auch zurück zum 1784 von Etienne-Louis Boullee‘ in Kugelform entworfenen Kenotaph für Isaac Newton.

English Summary

After reflecting geometric basics of composition I started drawing black signs and symbols to explore centrifugal effects in design. Soon it looked awfully disordred. Thinking about a remedy I decided to try the model „Tondo“. It was hard work because I had to re-model my design from a wild growth to a circular composition. At the beginning of the 15th century the „tondo“ became an interesting task for artists. But here it was different. Because I had no tondo-concept I had to prune my design to a circle and do my best to create an inner order. The result, specially the stars  brought to my mind a famous kenotaph by french architect  Etienne Boulee from 1784 for Isaac Newton.Finally the death of Stephen Hawking the day before was a macabre parallel.