KUNST VERMITTELN HEISST FREIHEIT VERMITTELN (ART77BLOG.AXEL-VON-CRIEGERN.DE NR.284)

„FLOATING“, FARBSTIFTE, FINEMARKER (Copyright v. Criegern2021)

Was ich damit meine, ist die lebendige Einstellung zur Kunst. Freiheit heißt bei der Kunstvermittlung nicht gängeln, aber auch keine Patent-Filmchen. Sie gründet auf Sachwissen und eigenen gestalterischen Erlebnissen. Die Anteile von Lehre und Fachwissen sind in der Moderne geschrumpft zugunsten einer offenen, unverkrampften Wahrnehmung.

Meine Arbeit beruhte schon in „analogen“ Zeiten auf dem oszillierenden Verhältnis von Bild und Sprache. Alles zielt auf Intelligenz, die Kunst sichtbar und erlebbar macht. Ich hatte Probleme mit entsprechenden Fachdiskussionen, die komplizieren statt zu vereinfachen. Hier wollte ich weiter machen. Lange nach meinen Uni-Jahren erkannte ich in den social media eine neue Möglichkeit. Das war aber für einen Künstler-Kunst-Vermittler mit 77 Jahren nicht so einfach.

Stationen waren:

Sommer 2016: Die eigenen Kinder „infizieren“ mich mit dem Silicon Valley- Virus: du musst wagen, offenlegen, mitteilen, zeigen…( Christoph Keese: Silicon Valley u.a. Austin Kleon: Show your work u.v.m.) WordPress hilft mir beim Blog und vermittelt zu Facebook.

Ab Sommer 2016: Der wöchentliche Dialog zwischen (eigenem) Text und (eigenem) Bild klärt sich. Experimente mit Video, Klang, digitalem Zeichnen synchron zu Musik…

Frühjahr 2017: die anfänglich englischen Texte (der Blog wurde zuerst ausschließlich von WordPress betreut) werden durch eine deutsche Fassung mit englischer Zusammenfassung (English Summary) abgelöst. Ursache war das vorherrschend deutsche Feedback.

2019: In einer Buchversion soll die Entwicklung vom Sommer 2016 bis zum Sommer 2019 festgehalten werden.Das waren sehr spannende Erfahrungen mit dem Verhältnis der digitalen Fassung zur Print-Version. (art77blog.axel-von-criegern: “Wie geht Kunst?“ edition cantz 2019- vergriffen) Der Titel des Buches und der begleitenden Ausstellung ist provozierend, denn genau diese Frage kann und will ich nicht beantworten. Dagegen bot ich Einblick in Prozesse vom Original zum Buchlayout und Videos (YouTube Axel von Criegern und art77blog).

Nach 2019: -die Erfahrung mit der umfangreichen und dichten Repräsentation der Ausstellung (Dank allem an Maks Dannecker ,Marc von Criegern und David) machte mir etwas überdeutlich: ich möchte „Kunstgefühl“, täglich erlebte Kunstbegeisterung wecken. Dafür setze ich meine wöchentlichen Bild-Text-Montagen ein. Das sind meine ‚Produkte‘. Das Motiv Kunst-Verkauf tritt zurück. (Wie fragte ein follower: „And this all for free?“ ). – ich muss meine Medienpräsenz lockerer gestalten. Als erstes habe ich ein Instagram-Konto eingerichtet und Bilder mit ’hashtacks‘ und Verweis auf art77blog eingestellt. -die sozialen Medien haben mich gelehrt meine studierte Hochkunst-Position in Frage zu stellen und alle Formen der künstlerischen Tätigkeit zu respektieren. Auch hier ist es wichtig locker zu lassen und sich zu öffnen. Ein deutliches Indiz war die sich immer weiter öffnende Schere zwischen den 120 Abonnenten von art77blog auf Facebook und den followers und Freunden auf meinemFacebook-Konto (1500+) und Instagram (500+). Die über 1200 WordPress Follower habe ich „abgespeckt“. Auch wenn es kein SPAM war, waren die Kommentare meistens nichtssagend. Mein Verdacht: „bots“. -Das aktuelle Problem sind die trotz unprätentiöser Sprache noch immer vergleichsweise schweren Texte. Sie schrecken sicher einige ab. Am ehesten lesen sie dann das ‚English Summary‘ (Der Untertitel von art77blog heisst „Reflections of an artist“). Ich glaube, das kann man nachvollziehen.

Das kleine Beitragsbild ist möglicherweise noch nicht ganz ‚fertig‘, spiegelt dadurch aber auch mein Bemühen um die Vermittlung von Prozessen und Öffnung wieder.

English Summary.

I started my “blog art77blog.axel-von-criegern“ with 77 years. My idea was to conceive an non- academic approach to art based on an open dialogue between reflections and self designed art work.This doesn’t necessarily mean „low level“. In contrary is it very challenging to wrap ambitious stuff in a humil and modest way. The todays blogpost shows some steps of that stony way that I had to go in meanwhile 5 Years and 284 posts. And there is still a long way to go.

„Was so bleibt“/„what remains“(art77blog. axel von criegern.de Nr.283)

Natürlich spreche ich für mich als jetzt 81-Jährigen! Aber ich bin überzeugt, dass es vielen Künstlerinnen und Künstlern ähnlich geht. Das „Ich“ (will,plane, kann,fordere…) weicht zurück und das „Es“ ( gewachsen, auf Augenhöhe und immer wieder überraschend…) füllt immer mehr Platz aus. Im Zentrum stehen sicher die altersbedingten Veränderungen. Die lebenslange Beschäftigung mit „der Kunst“ ( was immer das in den verschiedenen Lebensphasen und -räumen ist) schlägt jetzt zu Buche. Wir haben immer die Existenz von Grundzeichen und Grundbildern gespürt. Aber erst in der Spätphase sind wir bereit diese als „unsere“ zu akzeptieren. Bei mir waren sie eingebettet in das Verhältnis von Bild und Schrift, die Textualität ds Bildes, Zeichen, Struktur, Raum ,Skulptur, kunstgeschichtliche und Material-Forschungen. Jetzt wird immer deutlicher, dass das Erzählen mit Zeichen das „Aller-Innerste“ ist. Es ist im Halbschlaf möglich und wird gebraucht um gestalterische Unruhe in eine erträgliche Form zu bringen. Nicht für den Halbschlaf aber für einen ruhigen Beginn steht mein gestern entstandenes Beispiel. Als das Bild in großen Zügen fertig war, kam ein anderer, für mich zentraler Antrieb hinzu. Ich nenne ihn die „Animation“. Durch kleine Haken, Spritzer, schwarze Akzente und freie, ohne Anbindung an die Zeichnung entstehende Farb-Kringel gewinnt das Bild eine zusätzliche Dynamik. Sie rettet mich und hoffentlich auch die Betrachter vor (struktureller) Monotonie.
English Summary.
‚Aging’ is for art historians a fascinating subject. I treat it from my personal experience. First of all I notice now (over 81 years) the physical change, the biological decay. As an artist I realize that the „I“ (ego) with all its dreams, desires and ambitions looses its central position and importance. It is the „it“ , the making, performance and design that comes
in the center and becomes predominant. It is a process of filtering ones typical, personal artistic attitudes and preferences from the various intentions, trials, impacts of the earlier years. The image for this blog post was designed in the last two days and ‚refined‘ and ‚animated‘, as I call it, today. It shows the blend of ornaments and stories that I love.

#Altern # aging # altersbedingte Veränderungen# biological decay # Strukturen #structures #writing and drawing #Materialien erforschen #Kunstgeschichte #art history #the „I“ # the“it“ #ambition #desires #making# perform#predominant #trials #ornaments#stories

Ist Kunst immer politisch…?(art77blog.axel- von-criegern.de Nr. 282)

Politisches Engagement kennt meine künstlerische Arbeit schon länger nicht mehr. Jetzt habe ich das beunruhigende Gefühl, dass die tagespolitische Entwicklung auf meine Bilder zugreift. Nicht direkt im Sinne von pandemisch oder grundrechtlich, sondern im Sinne von Angriffen auf meine Unbefangenheit (auch einer Art von Freiheit). Als ich vorgestern das Bild für diesen Blogpost zu zeichnen begann, war ich noch ganz besessen von der Vorstellung Farbfelder und grafische Zeichen in einen noch offeneren Dialog zu stellen als in den vergangenen Wochen. Dann wurde die Offenheit so groß, dass ich offensichtlich durch eine Kreisform zumindest den zentralen Bereich zusammenfassen wollte. Damit habe ich meine ursprüngliche Intention ‚abgewürgt‘. Wie weit dabei das corona-politische Chaos aktiv mitwirkte, kann ich nicht analysieren, gefühlt ist es so. Nicht umsonst kennen wir in der Kulturgeschichte die Kreisform als bergende, schützende Eingrenzung (Stadtmauern) oder als kultische, rituelle Form von starker Suggestion ( Stonehenge u.v.a.). In einer anderen, grafischen Ausprägung hebt die Kreisform Inhalte hervor, sei es als Nimbus(„Heiligenschein“), oder als hoheitliche Betonung eines sehr häufig politischen Symbols (Kreuz,Stern) . Hierzu gehört übrigens auch das Zeichen für „copyright“: ©️. Was mein Bild angeht, sehe ich einen Verlust an Freiheit und Offenheit. Politisch im üblichen ist das wohl nicht.

English Summary
I don’t know how much the Corona- poltical development during the last two days effected my actual design. My artistic intentions are momentarily open structures. I didn’t feel good, when I realized, that the circle in the center restricted this development. Is this a political impact on my art? Maybe, maybe not.😉

„Fremd -Schreiben“ (art77blog.axel-von-criegern.de, Nr.281)

Zur Erinnerung: Über mehrere Wochen (posts) habe ich mich in das Thema der Graphic Novel gekniet. In diesem Bild kommen mehrere der dabei gewonnenen Erkenntnisse zum Tragen.

Gegen die ‚Versuchung’ des Illustrierens hilft nur die Konzentration auf die Bildstruktur und auf die grafischen Elemente . In meinem Fall ist es ein den Schriftzeichen verwandtes „Graphem“.
Die Seiten des ‚grafischen Romans‘ werden nach den Bildvorstellungen der jeweiligen Autor*innen strukturiert. Ich baue gern Spannungen auf und entwickle im Zusammenwirken der bewusst getrennten Bildteile das eigentliche Bild. Diese Spannungen sind mutwillig in Kauf genommene Herausforderungen. Mir fiel dazu der Titel eines Films von Alexander Kluge ein: „Die Artisten in der Zirkus-Kuppel: ratlos.“ (1968). Es gibt kein Rezept, keine Regel oder Gesetz. Man ist völlig auf die eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen angewiesen. Vorweg sind ja schon Entscheidungen zu Technik und Charakter/Stil gefallen. Der berühmt-berüchtigte richtige Moment (cairos), Lust, Lockerkeit, Stimmung hängt von sehr unterschiedlichen Faktoren ab. Ich helfe gern, wie jetzt beim Schreiben, mit einem Espresso oder Cappuccino nach.

DieZirkuskuppel

Der erste grosse „Absprung“ war von dem Element ganz rechts mit dem dunklen ‚Bild‘ in der Mitte, mit dem ich begonnen habe,in Richtung auf das als nächstes entstandene, lockere Element ganz links eine Brücke zu bauen. Der Abstand war unerträglich gross. Es entwickelte sich eine regelrechte Web-Arbeit . Eigentlich wollte ich nur in dem hellen Teil links etwas Farbe als dynamischen Kontrast zu rechts haben . Das ließ sich aber nicht halten. Also sprang die Farbe in einem munteren Spiel weiter. Das galt in gleicher Weise für meine Schriftzeichen. Nun ja, irgendwann war ich zufrieden, bzw. habe aufgehört.

Fremd-Schreiben

Für mein künstlerisches Dauerthema ‚Schift und Bild‘ bekam ich gestern noch einen sehr interessanten Impuls. Ein Büchlein der gefeierten Übersetzerin und Autorin Esther Kinsky heißt „Fremd-Sprechen“ (2013, Paperback-Ausgabe 2019). Wie gesagt, liebe ich Schriftzeichen als äthetische Elemente. Zwischen den Schriftzeichen und dem daraus entstehenden Ge-Bilde gähnt auch etwas Fremdes‘, Unbekanntes, Unsicheres. Die Schriftzeichen in einen ästhetischen Zusammenhang zu „übersetzen“ bedeutet Spiel aber auch höchste Anspannung, „Fremd-Schreiben“. Anders als bei einem Auftrag in der angewandten Grafik sind die Zeichen nicht mit der Vorgabe der Lesbarkeit zu verwenden. Sie können sozusagen bis zum Urgrund aller Schriften und Bildzeichen zurückgeführt werden. Es gibt genügend Beispiele für reine Punktbilder oder Texte, die sich über Körper bis zur Unleserlichkeit spannen.
Abschließend möchte ich mich für die Komplexität der hier angesprochenen Gedanken entschuldigen. Sie alle münden in meinem „spleen“ , dass Kunst ‚nur‘ ein Bereich der Kommunikation ist. Alle „Ikonoklasten“ (Bilderfeinde) mögen aufatmen und sagen : „ na siehste!“

English Summary.
With this picture I bring my venture Graphic Novel to an end. There were some negative experiences, but also new insights: My personal art tools are related to letters and stand for my dream of a united communication with art as part of it. Another item is my way to create pictures starting with a strong tension. Handling this tension is in a way fun but also pain. You feel and see that filling the gaps between the poles with life is fundamental for your art, but there exists no rule how to manage this
.

Die Lehre von Jan Steen(1626-79). art77blog.axel-von-criegern. Nr.280

Das Bild sieht so aus, als hätte ich es von Steens Bild im Metropolitan Museum New York abgemalt. Genau das habe ich aber nicht getan. Stattdessen habe ich das mir durch und durch vertraute Bild Steens zu einem eigenen gemacht- es mir angeeignet. Der Unterschied zu den vielen anderen Bildern, in denen ich mich der „Lustigen Gesellschaft“ angenähert habe, geht es hier nicht um Verständnis, sondern um „ mein“ Bild. Die Basis dafür ist allerdings eine vielseitige und vielschichtige kunstwissenschaftliche, didaktische und später praktische Annäherung und Auseinandersetzung.
Neben dem #Studium der Ikonologie, der zeitgenössischen Literatur, des Theaters war es ein Modell des Raumes, in dem das Bild „spielt“, das mich ihm näher gebracht hat.

Was das für mein Bild bedeutet? Erst einmal eine gewisse Sicherheit beim Navigieren zwischen den ‚ikonografischen Einheiten‘. Dann das Wissen über die stabile Struktur, die diese ‚Einheiten‘ trägt, die form-und farbsichere Komposition. Und nicht zuletzt meine eigene Gewissheit darüber, dass ‚Abmalen‘ sehr wohl zu einem eigenen, neuen, „dritten“ Bild führen kann.

Und die ‚Lehre‘ ?
1. Keine Angst vor dem Abmalen. 2. Sich soviel wie möglich Wissen über das Vorbild aneignen. 3. Den eigenen gestalterischen Fähigkeiten vertrauen. 4. Die Qualität des Vorbildes mit allen Mitteln zu erreichen versuchen und daran die eigenen Schritte messen. 5. Diese Empfehlungen um Himmels Willen nur als Anregung verstehen!!!!😉

# „Studium“ :vergl. axel-von-criegern (home page „Jan Steen und ich“)

English Summary

There is no doubt that the long discussion about a special visual language for Graphic Novels influenced my decision for this last step: to depict a painting without copying it. But this is a really tough challenge! There is certainly no recipe. Of course you need some skills and of course it’s good to know something about the artist, the subject, the style, history. But more important is the emotional base: a good reason for this venture and selfconfidence in the sense of „I make it mine, but I do it my way!!!“

Die „Transferstruktur“ (art77blog.axel-von-Criegern.de Nr.279)

„Transferstruktur“, Mixed Media, Collage a.Papier 43×56 cm ©️von Criegern 2021

Diesen Begriff habe ich bereits 1974 in Bezug auf das New Yorker Bild geprägt und in einem #Aufsatz für eine Festschrift veröffentlicht. Er verrät den mir damals besonders wichtigen Begriff „Struktur“ als ikonologisches Bauprinzip von Bildern. Mit dem „Transfer“ wollte ich die bis dato ausschließlich kunsthistorische Methode hin zu alltäglicheren Beobachtungen öffnen. Damals war das Ergebnis eines solchen Transfers ein geändertes „Bewusstsein“ (was immer das auch sein mochte). Zwei Jahre später bezog ich Im Rahmen der #„Fotodidaktik als Bildlehre“ unser Bild u.a. dann auf eine Werbung für „Henkell“-Sekt. In beiden Fällen war die #„ikonologische Struktur“ ein wichtiges methodisches Vehikel. Mit diesem Begriff meinte ich so etwas wie eine inhaltliche Komposition des Bildes. Zwar taucht das New Yorker Bild auch später noch in meinen #Veröffentlichungen auf, blieb aber immer weit von einer Umsetzung in die eigene Praxis entfernt. Als ich ab 1996 nach einer ersten #Annäherung (Zeitschrift für Kunstpädagogik 1984) die eigene künstlerische Auseinandersetzung mit Jan Steen ernst nahm, war auch das New Yorker Bild Gegenstand einer solchen Auseinandersetzung (Vergl. ausführlich meine Jan Steen-Internet-Seite #axel-von-criegern.de“). Auch diese Arbeiten präsentierte ich in einem ehrgeizigen Projekt: #“Lustige Gesellschaft auf einer Gartenterrasse. Ein Bild-Bild-Diskurs über ein Gemälde des niederländischen Malers Jan Steen (1626-1679).“

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Graphic Novel forderte nun die eigene künstlerische Arbeit in ganz anderer Weise heraus. Sie war nicht mehr der umfassende Versuch ein Bild Steens unter Einsatz der Praxis noch weiter zu “öffnen”. Jetzt steht die eigene Praxis im Mittelpunkt und sucht in der (Wieder ) Begegnung ANREGUNGEN für die eigene Weiterentwicklung. Aber auch hier kann ich’s wohl nicht ganz lassen. Meiner eigenen Anforderung an eine Graphic Novel folgend , entwerfe ich Bilder, die meinen Umgang mit dem älteren niederländischen Kollegen lohnend und überzeugend darstellen. Hier also den älteren Gedanken einer “Transferstruktur” zum Anstoss nehmend.

English Summary

It is a long journey from reflecting an “iconologic structure” of an historic artwork to producing an own work in an dialogue with the elder work. When I talked about “Transferstruktur” in the year 1974 I didn’t mean my own artistic practice. This changed beginning 1984 and became an essential part of my work since 1996. When it came to a discussion of what a Graphic Novel makes special, I remembered my long experience with the “Company on a garden terrace” by Jan Steen (Metropolitan Museum New York) to design the actual picture.

#1974: „Die Transferstruktur- zum Gegenwartsbezug eines niederländischen Gesellschaftsbildes“. In: W.Ebert (Hrsg.) Kunstpädagogik´74. Festschrift für Reinhardt Pfennig.Düsseldorf 1974.

#1976: Fotodidaktik als Bildlehre. Berlin 1976, S. 125-157

#1981,1991(2.Aufl.) Bilder interpretieren, Düsseldorf 1981; S. 74-80

#1984 „Skizzieren als ikonologisches Training.“ In: Zeitschrift für Kunstpädagogik 1/1984

#2006: Lustige Gesellschaft auf einer Gartenterrasse. Ein Bild-Bild-Diskurs über ein Gemälde des niederländischen Malers Jan Steen (1626-1679), München 2006

#2008: „Lustige Gesellschaft auf einer Gartenterrasse“, http//: axel-von-criegern.de

#2009: Meine Bilder, Wasmuth 2009

Piet Mondrian (1872-1944) und Jan Steen (1626-1679)? (Art77blog.axel-von-Criegern.de Nr.278)

„Mondrian und Steen“, Mixed Media auf Papier, 43x56cm, Axel von Criegern 2021

Dieses Thema wirkt sehr willkürlich-und ist es auch zu einem gewissen Grad. Es beschreibt eine Situation, in die ich nach Abschluss des Akademie-Studiums und meiner Entscheidung an der Uni Tübingen KUNSSTGESCHICHTE UND ARCHÄOLOGIE zu studieren, geraten bin. Eigentlich wollte ich über Mondrian arbeiten, aber mein zukünftiger „Doktorvater“ Günter Bandmann (ein sehr bedeutender Kunsthistoriker und Ikonologe), riet ab. Ein großer Gelehrter, Michel Seuphor, würde gerade an einer Mondrian-Biographie arbeiten. Er schlug die Ikonografie der Lustigen Gesellschaftsbilder des mir wenig bekannten niederländischen Malers Jan Steen vor. Hups, einen größeren Gegensatz konnte ich mir kaum vorstellen. Warum ich damals auf den Vorschlag einging, verstehe ich heute besser: Für beide Pole, die Askese Mondrians und das pralle Leben und dessen Bilder und Symbole in der niederländischen Kunst, hatte und habe ich eine Schwäche. Das ist natürlich sehr salopp ausgedrückt, denn die Polarität gehört zur Menschheitsgeschichte und gab den Mythen, Legenden und Märchen ihre Spannung. Es war eher meine dramatische Ader, die damals angesprochen wurde. Das Studium war in verschiedener Hinsicht aufregend. Zum einen gehörten Reisen nach Belgien und Holland dazu, Tage und Wochen in Museen, in ehrfurchtgebietenden Bibliotheken und Graphischen Kabinetten,die Lektüre der alten niederländischen Dramen, Sprichwörter, Emblem-Sammlungen, das Erfassen des Steenschen Werkes mit einer annähernd weltumspannenden Korrespondenz und vielen Stunden im „Rijksbureau vor Kunsthistorische Dokumentatie“ in Den Haag und seiner Fotothek. Unter dem Einfluß der FRANKFURTER SCHULE und der studentischen Revolten gewann das Studium dann an Dramatik. Für mich wurde das Studium des Strukturalismus (zuerst der französische und dann der tschechische ) und der Semiotik wichtig. Bei Roland Barthes (u.a. seine „Rhetorik des Bildes“) erlebte ich die Aufwertung des Trivialbildes, bei Adorno u.a. die herbe Kritik der bürgerlich-kapitalistischen Ästhetik. Für meine eigene künstlerische Arbeit wurde die POP Art, das Comic, Fotografie und Film wichtig. Dazu kamen spannende Erfahrungen als Lehrer in einer spannenden Zeit. Klingt alles in allem nach furchtbarer Selbstberauschung und ist es natürlich auch. Wichtiger ist es aber exemplarisch einen Einblick in die gesellschaftliche Situation, die die Generation von uns heute Ur-Alten geprägt hat, zu bekommen. Natürlich gehören dazu banale Dinge, wie die eigene Karriere und in Verbindung damit die Veröffentlichungen und nicht zuletzt, wie sich da die künstlerische Entwicklung abgespielt hat. In diesem Zusammenhang muß auch mein Verständnis der künstlerischen Praxis bei der Erforschung der Kunstgeschichte gesehen werden.

#Eine ausreichend umfassende Bibliographie findet sich in: art77blog. axel-von-Criegern.de „Wie geht Kunst?“ edition cantz, 2019

Zum Beitragsbild: Nach dieser Vorgeschichte ist klar, daß ich bei Steen die vielschichtigen Strukturen in und unter seinen fröhlichen Gesellschaften gesucht und betont habe. Das gilt auch für die „Gesellschaft auf einer Terrasse“, die im Metropolitan Museum in New York hängt. Wenn man sich bemüht, kann man gegenständliche Bezüge aus dem New Yorker Bild im Raster meines Bildes erkennen, das in der vergangenen Woche entstanden ist.

# Vergl. meine homepage, die ausschließlich die Auseinandersetzung mit Steen behandelt: www//: axel-von-Criegern.de

English Summary

On the first glimpse a ´merry society´of Jan Steen looks pleasant and the people very relaxed. This is true. My opinion is that the base of those paintings is a elaborated structure. In my studies a early love for Piet Mondrian met Jan Steen.

„Wir sind die Kunstgeschichte!“ Spurensuche nach dem Einfluss eines Bildes von Jan Steen.(art77blog.axel-von-criegern.de Nr.277)

„Dry Aged Steen“ Farbstifte, Acryl-Marker, Blackliner 2021 ©️von Criegern2021

Im nächsten Kapitel meiner Graphic Novel verfolge ich Spuren einer #“Lustigen Gesellschaft auf einer Gartenterrasse“ Jan Steens(1626-79) in meiner eigenen Arbeit über Jahrzehnte. Ich werde mit meiner ersten Begegnung mit dem Maler im Studium der Kunstgeschichte an der Universität Tübingen 1965/66 beginnen. In Stufen will ich dann die andauernde Faszination dieses Malers am Beispiel der „Lustigen Gesellschaft“ in sehr unterschiedlichen Ausformungen belegen. Ich finde es spannend wie notwendigerweise kulturgeschichtliche, wissenschaftliche,biografische und künstlerische Strömungen in diese Arbeit eingehen.

Das Bild „Dry Aged Steen“ entstand in der vergangenen Woche bei der Planung dieses Kapitels. Ohne direkten Bezug zu dem New Yorker Bild zeigt es Elemente der Gruppe der „Fröhlichen Gesellschaften“ Steens wie den trinkfreudigen Alten, die verführerische junge Frau, das Kind und den immer gleichen Hund.

#H. Perry Chapman, Wouter Th. Klöckner, Arthur K. Wheelock Jr. u.a. „Jan Steen. Maler und Erzähler“, Belser Verlag Stuttgart/Zürich, RijksmuseumAmsterdam, National Gallery ofArt Washington , 1996 , Abb. 48: „Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse. Um 1673-1675…Öl auf Leinwand, 141,5 x 131 cm; New York, The Metropolitan Museum of Art. Fletcher Fund“.

English Summary

The next chapter of my Graphic Novel will deal with the Garden Party of the Dutch painter Jan Steen (1626-1679) in the Metropolitan Museum in New York. The background of this task is the fact that I worked with this painting already since over 40 years beginning with my art history studies 1965/66. For years I employed this work as subject for models and practices in art education and and appreciation. In the nineties I switched to an artistic approach including essays, books, catalogues. So I want to track a long co-operation with my 400 years elder friend. The starter is a mixed media work on paper, which I produced last week. Here I designed some of Jan Steen motives -the drinking and cheering grandfather, the seductive young lady, a child and Jan Steens dog, that appears on many of his pictures.

„My Graphic Novel“: Leda #von rechts nach links (art77blog.axel-von-criegern.de Nr. 276)

‚Leda von rechts nach links‘ ist wörtlich gemeint. Der Mythos von der jungen Königin #Leda und Göttervater #Zeus in Gestalt eines #Schwans ist uns als Erzählung vertraut. Und er ist uns von links nach rechts geschrieben vertraut. Nachdem ich die ersten zwei Seiten gestaltet hatte, wurde mir klar, dass ich hier schrittweise nicht zum Ziel einer #grafisch perönlichen Erzählung kommen würde. Mit einem Trick befreite ich mich von dieser Zwangsvorstellung. Ich setzte mit Absicht einige abstrakte Zeichen ganz an den rechten Rand, also ans Ende der Erzählung und arbeitete mich von dort nach links vor. Einiges ist dazu anzumerken. So wurden die Zeichen in der linken Hälfte größer. Das bedeutet, dass die Geschichte im linken Bereich wichtiger wurde. Ob das mit dem Beginn der Erzählung erklärt werden kann, weiss ich nicht. Mir fiel auch auf, dass gegen Ende meiner Arbeit der Drang die Seite zu homogenisieren, Sprünge und Risse zu kitten, größer wurde. Gut erkennbar sind die beiden tiefschwarzen Partien links und rechts, die so entstanden. Auch die zuletzt geschriebene Zeile mit griechischen Buchstaben gibt dem Gefüge Halt. Ob das ein Schritt zu einer #eigenen grafischen Erzählform ist, weiss ich nicht. Schon beim Gedanken an das nächste Kapitel zu Jan Steen wird mir himmelangst und bange. Also zumindest ein grafisches Abenteuer!

English Summary

After the first two pages of the Leda-story I was terrorized by the feeling of being caught in a prison. The prison has many names: literature, narrative, writing, lecture e.a. In other words: I couldn’t see a chance for my ambitions to tell my personal Graphic Novel. In an act of desperate liberation I neglected the ‚right‘ way and posted some abstract signs at the very right end of the page. From there I designed the page step by step towards the left side . Certainly a liberation, but what fore? So the adventure goes on!

#Leda
#personal Graphic Novel
# ‚from left to right‘