Vom radikalen Künstler Friedrich Hölderlin lernen.(art77blog axel-von-criegern.de. Nr. 231)

„Auflösung der Dissonanzen“ 21×15 cm ©️Von Criegern 2020

Ausgerechnet ein Dichter hat mir klar gemacht, was bedingungslose Hingabe an die Schönheit bedeutet- und wie weit ich davon entfernt war und bin. Bedingungslos war bei Friedrich Hölderlin (1770-1843) das Verweigern aller Kompromisse mit einem erträglichen Leben. Geradezu besessen verfolgte er das Ziel einer Verbesserung der Welt durch Poesie und schönere Seelen: „Das Schönausgleichende gilt von hier an bis zum Himmel“ heißt es in der Dichtung „Friedensfeier“. Wenn er in der Vorrede zu seinem einzigen Roman „ Hyperion“ von der „Auflösung der Dissonanzen“‘spricht macht er allerdings deutlich, dass er sich der Ungereimtheiten dieser Welt sehr bewusst ist. Für mich ist das Verarbeiten der Dissonanzen ein zentrales Thema, geradezu ein Motor meiner Arbeit.
Spielen mit Dissonanzen und deren Auflösung. ( Erster Zustand des Beitragsbildes)

Bezeichnend dafür war der Beginn dieser Zeichnung mit einem blauen Kugelschreiber. Die Angst vor der drohenden Monotonie bewirkte den Sprung zu dem schwarzen 0,5 mm Tintenstift, den ich schon für die Notizen verwendet hatte. Auf dieser ästhetischen ‚Ungehörigkeit‘ aufbauend, brachte ich die bunten Flächen ins Spiel, die sich frech über eine sich abzeichnende Syntax hinwegsetzen. Die weitere grafische Ausarbeitung der Zeichen zog weitere kleine Farbflächen nach sich. Dabei ging es nicht mehr um Dissonanzen, sondern deren Auflösung im Sinne des „Schönausgleichenden“.
Wenn ich bereits meine Distanz und Nähe zu Hölderlin thematisiere, wäre über das mir so wichtige ‚Spiel‘ eine Brücke zu seinem Vorbild Friedrich Schiller zu schlagen. Vorsicht! In diesen Höhen geht schnell der Atem aus. Letztlich handelt es sich um eine bescheidene Zeichnung, die ich durch edle Geister aufzuwerten versuche.

English Summary
During the last months studying life and work of Friedrich Hölderlin had become a major issue for me. So it was no wonder that even scribbling around with a ball pen I reflected some basic points of the work of this genial poet. But in the moment when I also named Friedrich Schiller as testomony I had to return to reality, Quoting people like Hölderlin or Schiller doesn‘t make a master piece!!


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