„Bitte lächeln“ (art77blog.axel-von-criegern.de Nr 2017) bis heute

„Bitte lächeln!“ Bleistift auf Transparentpapier.©️axel von criegern 2019

Wir kennen alle das Gefühl: eine Skizze ist nicht schlecht, aber eben auch nicht gut. So ging es mir vergangene Woche (art77blog Nr 2016). Mein „power man“ ergab sich mehr seinem Schicksal anstatt optimistisch vorwärts zu stürmen. Also studierte ich das auf Raffael zurück gehende „Erdbeben“ genauer: Der Erdbeben-Mann stemmt sich grimmig nach oben. Nach wie vor gefielen mir die hochgenommenen. Ich brauchte nur den Kopf aufzurichten und sein Gesicht zum Lächeln zu bringen und schon war er freundlich und nicht mehr bedrohlich. Aber er sollte Beine haben! Bei Raffaels Halbfigur gab es dafür keine Hinweise. Und dem ersten Entwurf (art77blog Nr 2016) fehlte die Vorwärtsbewegung. Gut der neue Entwurf übertreibt vielleicht das Hüpfen. Aber ich bin sicher, dass er bekleidet meinen Vorstellungen näher kommt. Also auf geht’s in das dynamische Jahr 2020!


English Summary

How tell a drawing of Raffael („terrae moto“, earth quake) to smile?! I liked the tension in his trunk and arms, but it is much to aggressive for my idea of an powerful optimist. So first I made him hold his head upright and smile. Then I tried to let him step forward. Not so easy. As you can see it’s more a hopping than walking. But I hope that this guy, once dressed will be the optimistic dynamic power man 2020!!

Gebet, Sieg, Drohung(art77blog.axel-von-criegern.de.Nr.216)

„Power 2020“, Bleistift,Grafit, ©️Axel von Criegern 2019.

Gerade bin ich noch an einer vorweihnachtlichen Aufgabe einen Mann zu entwerfen, der Stärke verkörpert. Klar, dass die Botschaft vor allem vom Oberkörper ausgehen muss. Ich stolperte über eine Vielzahl von Bedeutungen, die sich mit den erhobenen Armen verbinden. Eine dieser „Archetypen“ ist die betende Figur, der „Orant“, der frühen Religionen. Heute steht diese Haltung für Flehen, Verzweiflung, Trauer, Begeisterung. Ebenfalls früh kommen schon die erhobenen Arme der „Victoria“ vor, die wir heute noch vom Boxsport und Laufwettbewerben kennen. Aus der griechischen Mythologie kennen wir den „Atlas“, der die Erdkugel auf seinen Schultern stemmt. Aktuell sind natürlich die „Bodybuilder“ zu nennen, bei denen in dieser Pose die Arm-und Brustmuskeln besonders eindrucksvoll zur Geltung kommen. Für meine Arbeit fand ich bei #Raffael eine Personifikation des „Erdbebens“, die sowohl die Kraftanstrengung, als auch die Vorwärtsbewegung miteinander verband, die mir vorschwebte. Als nächstes gilt es das Ganze in eine #„Reinzeichnung“ zu übersetzen. Auch ein „Kraftakt“, bei dem es allerdings weniger um Körperkräfte als um genaue Vorstellungen und Konzentration geht. Fröhliche Weihnachten!

# Pietro Santi Bartoli( 1635- 1700) Radierung nach Raffael „terrae motus“ aus: Corinna Höper u.a. Raffael und die Folgen, Stuttgart 2001; Abb.121.

English Summary
Designing an allegorical figure that stands for power and strength I chose a male with uplifted arms. I remembered a lot of representations of pity, praying, victory and last but not least the bodybuilders. Paging through a volume with etchings after Raffael I found a design of a man who pushed and moved a whole mountain with arms and shoulders. It was the figural presentation of an earthquake.Now I was sure to have chosen the right way. I wish you a Merry Christmas!




Mein analoges Mini Digi Labor (art77blog.axel-von-criegern.de Nr.215)

„Mein analoges Mini Digi Kunstlabor“ . Bleistift, Buntstifte sind 8x8cm, ©️Axel von Criegern 2019

Ich hatte Speicher-Probleme, daher der screen shot

Der Kunst-Idiot(art77blog.axel-von-criegern. Nr 214)

Skizze zu einem „Xylo-phon“; Bleistift, Weißhöhung, ©️Axel von Criegern,2019

Diese Zeichnung entstand nach einer Gesprächsrunde wegen einer Ausstellung mit Künstler*innen, einer Kuratorin und einer Volontärin. Es gab mehrere offene Fragen: sollten wir uns mit dem Treppenaufgang des Museums bescheiden? Sollten wir mit unserer erkennbar marginalen Rolle neben der von der Volontärin geplanten Hauptausstellung „Inside-Outside“ zufrieden geben? Die etwas mühsamen Versuche der Kuratorin die Möglichkeiten schön zu reden, verstärkten das ungute Gefühl der Künstlergruppe.
Das nahm ich zwar auch alles wahr, war aber keineswegs unzufrieden.
Während meiner eben zu Ende gegangenen Ausstellung #„Wie geht Kunst?“ hatte ich wegen meiner Holzskulpturen viel Zuspruch bekommen. Ohne Zweifel waren sie mir dadurch wieder näher gerückt. Ich hatte Lust daran, wahrscheinlich in kleineren Formaten weiter zu machen. Das Thema „Inside-Outside“, brachte mich zu meinem Dauerbrenner für das Plastische zurück- der Innen- und Aussenplastik, frei nach Henry Moore.


„Inside-Outside“, Apfel 1972,©️Axel von Criegern 2019 (Foto: T.G.de Maddalena, Tübingen)

Die gewiss nicht einladende Vorstellung einer Ausstellung im Treppenhaus stieß bei mir Phantasien von beweglichen Skulpturen-Vorhängen an. Das Stichwort „mit allen Sinnen erfahren“ löste bei mir die Vorstellung eines neuen Modells von „Xylo-phon“ aus, da jedes Stück Holz ja anders klingt und sogar die unterschiedlichen Holzfarben könnte ich mit einbeziehen.
Sofort nach Verlassen des Museums machte sich bei allen der Unmut Luft- bei mir allerdings nur halbherzig, hatte ich doch tolle Anregungen zur Bewältigung des Nach-Ausstellungs-Tiefs bekommen. Irgendwie fühlte ich mich wie ein „Idiot“, was im Altgriechischen einen Privatmann bezeichnet. Jemand, der sich öffentlichen Aufgaben entzieht. In meinem privaten Glück war ich eindeutig ein # „Kunst-Idiot“! Aber natürlich werde ich am nächsten Treffen, bei dem Voraussetzungen und Bedingungen unsererseits besprochen werden sollen, teilnehmen!

English Summary
We had a meeting with some Museums-People which endet for us arists horrible. Leaving the building everybody complained- except me! There had been terrible offers like a show in the staircase and references to the major Museums-Exhibition „Inside-Outside“. Certainly disappointing, but in a strange way inspiring for me. After the shortly before endet one man-show „Wie geht Kunst?“ I wanted to go on with wood sculpturing. Why not try small scale wooden objects in flexible arrangements for the staircase, why not continue my way researching „Inside“ and „outside“ of sculptures and why not inventing a new type of „Xylo-phone“? I felt a little bit like an idiot, a person in old Athens that didn’t care for public affairs, you know? So to say an art-idiot.


#Kunst-Idiot, #“Wie geht Kunst?“