Aus der Dekonstruktion wächst immer wieder neues( art77blog.axel-von-criegern.de Nr.206)

Dekonstruktion bringt neues hervor , Mischtechnik ©️Axel von Criegern 2019
Zu diesem Bild muss ich die Entstehungsgeschichte erzählen.Es hat seinen Ursprung in der Aufnahme eines interessanten Schattens. Da die Aufnahme nicht so ausdrucksstark war, wie ich erwartet hatte, „dramatisierte“ ich einen Druck mit schwarzen Strichen. ( s. Art77blog, Nr. 20 4). Dadurch verschob sich der Charakter deutlich in Richtung Artefakt. Wie häufig empfand ich dieses Ergebnis als Sackgasse, zerschnitt es in Teile. Dabei versuchte ich die Teile so zu ordnen, dass zwei größere unruhige Formen die Mitte des neuen Bildes waren. In diese Komposition wirkten verschiedene Impulse , u.a. ein Fernsehkrimi hinein.
Schon seit den 90er Jahren habe ich mich sporadisch mit #Jacques Derrida und seiner Theorie der Dekonstruktion auseinandergesetzt. Gerade jetzt stiess ich im Internet auf einen Aufsatz zu #„Derrida und die Dekonstruktion“ aus dem philosophie Magazin Nr.3/2018 (https://philomag.de/derrida-und-die-dekonstruktion/ ), der mich faszinierte. Darin wurde eine positive Komponente hervorgehoben. Die Auflösung der eindeutigen Verbindung von Zeichen und Bezeichnetem schafft grundsätzlich Möglichkeiten für neue Kombinationen. Ich fand die Übertragung dieser These auf Bildprozesse sehr spannend!
Lit. Jacques Derrida, Grammatologie. (De la grammatologie, 1967) Frankfurt am Main 1974, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 1996(6.Aufl.)
Axel von Criegern: „Konzepte künstlerischer Auseinandersetzung. Erprobt an einem Bild aus dem 17. Jahrhundert“, in :Kunst +Unterricht, Heft 233, Juni 1999. S. 40-43. Dort nenne ich die 3 Schritte „Rekonstruktion, Dekonstruktion, Konstruktion“.

English Summary
I tried to fix a shadow of flowers at a wall with my iPhone- Camera. The result was not what I had expected. So I used a print to work over this photography to an abstract image. (S. art77blog, Nr. 204) After a couple of days I realized that I didn‘t like this picture and cut it in peaces. The dark cut out on a white paper was the beginning of a new composition. In a certain moment dramatic elements of a criminal movie slipped in the picture. This step by step developing from a shadow to a criminal story became for me an example of what Jacques Derrida had in mind when he said that from the deconstruction may rise the chance of a new meaning or start.


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