Ekstase: Ich und …( art77blog Nr 175)

Der Verfasser vor dem Video einer der jugendlichen Tänzerinnen in der Installation „The Krazyhouse(Megan, Simon,Nicky, Philip,Dee), Liverpool,UK,2009“ von Rineke Dijkstra. Kunstmuseum Stuttgart, 23.2.2019 ©️AvC

Eine Beobachtung Besuchder Ausstellung „Ekstase“ im Kunstmuseum Stuttgart: Beim Abschreiten der Exponate einer enzyklopädisch konzipierten Ausstellung von imponierenden Dimensionen kam
ich mir nach 2 Stunden zunehmend fremd vor. Meim letzter Raum war die Installation „Krazyhouse“ von R. Dijkstra. In einem dunklen Raum, auf weißem Grund einer Projektion , die filmische, lebensgroße Aufzeichnung einer tanzenden Jugendlichen. Zu Beginn schien sie sich ihres Einzelauftritts bewusst uu sein. Dann versprühte sie hingerissen pure Lebensfreude. Auf einer weiteren Projektionsfläche erschien danach eine andere junge Frau. Sie führte robotische Arm-Bewegungen aus, die den schlaksigen Körper wie #Elektroschocks trafen. Plötzlich war ich nicht mehr „mitgerissen“, sondern eine Art von #Voyeur, der kühl den hier exponierten Körper fixiert; eher entsetzt als berührt angesichts eines #kulturanthropologischen Phänomens. Meine Fremdheit wuchs. Als Beleg meiner Zeugenschaft nahm ich das Selfie vor dem Video der tanzenden Frau auf: „ich war dabei“! Von dem Foto bin ich insofern begeistert, als es mich Lügen straft: Ein alter Knöterich vor dem Bild einer ausgelassenenen und vergnügten, , jungen,selbst in der Ekstase triumphierend schön geschminkten, selbstvergessenen Frau -aus einer #Kosmetik-Werbung. Aber das Auseinanderdriften von erinnertem Erlebnis und Fotobeweis ist ein anderes, spannendes Thema.

I visited a show at the Stuttgart Kunstmuseum with the title „Ekstase“ (ecstasis). Three curators had done a fantastic job. A show of encyclopedic dimensions. After two hours I felt like an alien. To bring me back in the party I made a selfie right in front of a hip hop dancing girl in an video installation of Rineke Dijkstra. Now I really looked like an alien. Don‘t I?


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