„Belle epoque“(art77blog Nr 173)

„Belle epoque“. I-phone camera (©avc 2019)

Mir war ein Tulpenstrauss in einem delikaten Rosa aufgefallen, durch den ich auf ein Bild der jungen Malerin #Jagoda Bednarsky sehen konnte. Ich sah attraktive lineare und farbliche Entsprechungen. Die Aufnahme mit meiner i-Phone- camera war enttäuschend : nichts von dem ästhetischen Zauber, den ich verspürt hatte! Als ich über die Kamera wischte, erschien wie von Geisterhand eine zweite, unscharfe Aufnahme, obwohl ich
den Auslöser nur einmal gedrückt hatte. Und dieses Bild wars! Ich war begeistert. Dass Pompöse, Süßliche und Verschwommene entsprach meinen Erwartungen viel mehr als das ‚ gelungene‘ Foto. Es löste bei mir ein Rattern von Assoziationen und ein eifriges Wälzen von Bildbänden aus. Das ging von #Turner bis #Renoir und #Schiele und fokussierte sich auf die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Irgendwie ist es schon faszinierend, wie durch einen Fehler mein ursprüngliches, ästhetisches Erlebnis gerettet wurde!

I was fascinated by a bunch of tulips in front of a painting. The photo I took was disappointing- too superficial and no atmosphere. But for some reasons appeared a second „unsuccessful“ , blurred image; and this was exactly what I had hoped to get.


Der Pelikan ( Nr. 172)

Der Pelikan hackt mit dem Schnabel die Brust auf und ernährt mit dem Blut seine Jungen. Photoshop Zeichnung ©️Axel von Criegern

Im Rahmen von Studien zur Ikonografie des Hl. Martin von Tours ( s. Art77blog, Nov. 6, 2016) stiess ich auf ein befremdliches Symbol, das bereits im frühen Christentum vorkommt. Der #Pelikan, der mit dem Schnabel seine Brust aufreißt, um #mit dem Blut die Jungen zu füttern, wird ganz grob gesagt, dem Opfertod Christi gleichgesetzt. Dass ein solches Symbol auch als Firmenschild einer Apotheke im ausgehenden Mittelalter verwendet wurde, schien mir da nicht ausgeschlossen.
Pelikan füttert Junge. Relief ca 1569 an der W. Mayerschen Apotheke in Tübingen. ©️AvC 2019

Die Apotheke steht nun seit vergangenem Jahr leer. Der in der besten Lage eingestufte Standort mit entsprechenden hohen Mieten, die städtische Gewerbeordnung und die strengen Auflagen des Denkmalamtes sowie der Sitz der Erbengemeinschaft in Hamburg scheinen einer Wiedervermietung nicht förderlich. Vielleicht schaute ich mir deswegen dieses Kleinod spätmittelalterlicher Gewerbearchitektur noch einmal genauer an.
Auf dem Relief über der Tür hatte der Pelikan aus dem Sack unter dem Schnabel einen Fisch geholt um die Jungen zu füttern. Von wegen Brust zerfleischen. Die christliche Botschaft der Blutfütterung hatte ich wohl im Zusammenhang mit der wohltätigen Aufgabe der Apotheke ohne genaue Prüfung hineingesehen. Zu meiner Rettung muss ich sagen, dass dieses Missverständnis aufgrund der ikonografischen Übereistimmung möglich war. Immer wurden, so wie hier, drei junge Pelikane im Nest dargestellt, die nach dem Schnabel der Mutter schnappen. Der Pelikan in seiner Fürsorge hatte also in jedem Fall über dem Eingang der Apotheke einen Platz. Auch ohne Blutopfer! Aber heute ist das wohl nicht mehr das zentrale Motiv der Apotheken-Frage.

THE PELICAN MANGLING HIS BREST TO FEED HIS STARVING YOUNG ONES, IS AN EARLY CHRISTIAN SYMBOL FOR CHRISTS LOVE. LATELY I RECOGNIZED THIS SIGN WITHOUT BLOOD ABOVE THE ENTRANCE OF A PHARMACY.

Blog-Layout in Facebook und als Print-Version ( Nr. 171)

31.01.2019 ©

Unsere Vorgespräche zur Entwicklung eines Layouts für eine gedruckte,modifizierte Form hat mir eines deutlich gemacht:
– Um wunschgemäß wahrgenommen zu werden, bedarf es in Facebook eines hohen Wiedererkennungswerts durch Wiederholung und einer gewissen Sparsamkeit was die Zahl der Wörter und Bilder angeht.
– Beim Druck-Layout darf es lebhafter zugehen, weil die Ablenkung des sozialen Mediums wegfallen . Gleichzeitig muss es auch hier „Linien“ geben, die die Kontinuität gewähren.
Da sind wir jetzt dran.