Bekenntnisse eines didaktischen Künstlers 2 (Nr. 136)

Montage avc, 1976 ©

  • „1968“ hatte einen enormen Einfluss auf die bundesrepublikanische Kunstpädagogik. Eine Richtung hiess „Visuelle Kommunikation“, basierte auf der Kritik der herrschenden Kultur und bezog die Massenmedien und Werbung mit ein. Für mich war das faszinierend. Wie so etwas aussehen konnte, finde ich heute am deutlichsten in einem Vortrag wieder, den ich 1976 gehalten habe. Der Untertitel war „Pragmatische Ikonologie“. Im „Stern“ stand ein gross aufgemachter Bericht über die Verhaftung des RAF-Mitglieds Rolf Pohle. Ich suchte verwandte Motive . Die kamen überwiegend aus der Kunstgeschichte. Zur Präsentation bediente ich mich einer Methode, die der erste moderne Ikonologe Aby Warburg in seinem Bildatlas äangeregt hatte. Ausgehend von markanten Aufnahmen der Pohl-Festnahme, stellte ich thematische Reihen zusammen („Gewalt: Leiden“ u.a.). Bei einem Vergleich mit anderen Berichten und Werbung ging ich aber in meinem „Ikonologie-Rausch“ zu weit- für damals. Was die Visuelle Kommunikation angeht, kam die bei den Schülern nie richtig an, verlor rasch ihre Sprengkraft und wurde von der gesellschaftlichen Wirklichkeit „aufgesogen“.

Literatur: „Probleme der Dokumentarfotografie“; in : Kunst+Unterricht 16/ 1972 und „Ein didaktisches Modell für den Kunstunterricht auf der Sekundarstufe II: Pragmatische Ikonologie . In: Richter/ Wermke (Hrsg.) Kunst und Literatur auf der Sekundarstufe II. Düsseldorf 1977.

English Summary 

For a couple of years following the protests, riots and discussions of 1968 the art education in Western Germany had shifted to social and political subjects. Its name was „Visuelle Kommunikation“.  Now my studies in iconology got a critical touch employing commercials, press photography and mass media. I called this „Pragmatische Ikonologie“.

Auf YouTube finden sie unter „Axel von Criegern“ einen parallel zu diesem Post entstandenen Film mit gleichem Titel.

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