Eine Zwischen-Zeichnung (Nr. 129)

 

 

 

Bisher habe ich Zinkblech entweder gefaltet und dann bemalt oder mit dem Hammer getrieben. Meine Erfahrungen mit dem Ziselieren von dünnem Aluminiumblech wollte ich auf eine Zinkarbeit übertragen. Ich schnitt und faltete (knickte, bog, kantete…) das Blech. Angesichts der Stärke des Materials wollte ich die Oberfläche mit kräftigen Schlägen eines spitzen Werkzeugs rasterartig punktieren. Ich begann die erste Teilfläche mit solchen „Pocken“ zu überziehen und- war blockiert . Meine Vorstellung hatte weder die wechselnde Richtung der Flächen,  noch deren Größe oder gar den Lichteinfall berücksichtigt.

 

 

 

Um weiterzukommen, ahmte ich diesen  Vorgang als Zeichnung nach und „hämmerte“ ein kleines Stück Papier mit dem Kugelschreiber. Durch Verdichtung , Grössenveränderung und unterschiedlliche Ausdehnung versuchte ich Rhythmus und Lebendigkeit zu erzeugen.

Um es kurz zu machen :  das hatte eine klärende Wirkung , ließ mich beim Blech die Punktdichte wechseln , vor allem aber unterschiedliche Punz-Werkzeuge einsetzen. Was war geschehen? Ich konnte jetzt die kleinen Flächen nicht nur im plastischen Zusammenhang sehen, sondern auch in der grafischen Gestaltung , sozusagen im Bildzusammenhang.

Für mich war das wichtig, weil ich eine Zeichnung zum ersten Mal bewusst nicht als Vorzeichnung oder eigenständige Arbeit, sondern in dieser speziellen Situation (und Funktion) angefertigt habe.

P.s. Ich habe bei Paul Klee in seiner „ bildnerischen Formenlehre“ etwas ähnliches erwartet, bin aber nicht fündig geworden. Der Grunddafür ist: Mein Beispiel ist nicht grundlegend, sondern situations-und methodenorientiert.

English Summary

My punching experiences come from thin aluminium sheets. Last week I tried to transfer these experiences on heavier  . I started with a vision of a completely covered sculpture and started to cut and form the metal. Soon my unregularly spread point punches appeared incidental and not very inspired. Now I transferred metal punching on very small paper and hit it with a ballpoint instead of a pin or cisel. It was a crucial step from the sculptural, threedimensional concept to a picturesque perception. Now I continued my work watching the sculpture becoming a multiview, 3-D graphic. Since the drawing was placed inmidst of  a creative process in a complete differerent material and size I called it an inbetween drawing- Zwischenzeichnung!

 

 

 

 

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