Die Zeichen haben mich wieder!(Nr.111)

AvC  ‚Eine kleine Aktion‘, Marker 2017,©AVC

Das berühmte Paul Klee-Zitat „Die Farbe hat mich „ (Tunis-Reise mit August Macke,1910) habe ich.für meinen Titel abgewandelt. Ich kehre immer wieder zum ZEICHEN zurück. Es verbindet das Elementare mit dem spontanen Ausdruck der Kinder. Farbe und Form fallen in ihm zusammen. Für meine Arbeit kann ich 3 Phasen unterscheiden.

1965-1975

AvC , Aus einem Werkbuch 1962 ©AvC

1960-1970 Einflüsse der Sprachtheorie de Saussures (ca. 1910), Reduktion auf Elemente und darauf aufbauend Konstruktionen: Bauhaus (ab 1919), de Stijl (Piet Mondrian u.a.), Konstruktivismus (z.B. Malewich u.a.).Kandinskys Abstraktion.

1970-75 französischer und tchechischer Strukturalismus (Roland Barthes,  Jan Mukarovsky u.a. ab ca. 19 30); Semiotik (Max Bense u. a.).Medien-,wahrnehmungs- und Lerntheorie.

1990-2000

AvC,  ,Tolle Maschine ‚ Marker, 1995.©AvC

Einflüsse von Künstlicher Intelligenz- und Hirnforschung ; Sprachwissenschaft, Medienwissenschaften „Iconic turn“

2017

Neues Bewusstsein vom Zeichen als absolut selbstreferentiell, also weder der Sprache noch dem Bild „eigen“ und auch keiner Aufgabe besonders zugeordnet ( z.B. der ,Naturnachahmung‘). Mit Lessings  „ Laokoon – oder über die Grenzen der Malerei und Poesie“ (1766) zeichnet sich die moderne Trennung  des Zeichens vom selbstverständlichen ,seit der Antike geltenden „ut pictura poesis“, ab. Beispiel: Die romantische Malerei sucht und findet im Bild der Natur ein Bild der „Seele“.

Für mich bedeutet diese ´Neuentdeckung´ zu allererst die zugegeben späte Gewißheit  einer Abstraktion ohne , schlechtes Gewissen‘. (Siehe Abbildung am Beginn).

English Summary 

Again symbols and signs as basic tools of my art are subject of this post. I learned lately that Lessing in his essay „Laokoon/oder über die Grenzen der Malerei und Poesie“ (1766) was already reflecting ‚ signs‘ , which did no longer refer to nature, but to themselves. The aesthetic evolution since Lessings days reveals my art as based on signs and synbols. I still need this kind of confirmation because my own devellopment started with signs organized in structures, constructions and texts 1960. In the seventies the structuralism had strong impact on my art. 1990 I liberated my signs and symbols from any extern reference and made them elements of playful constructions. Now in 2017 I begin to accept that my sign-based art is not a weird abstraction, but reliable -serious and playfull as well- tool, medium, content in one.

P.s.

Den Bezug auf Lessings Laokoon verdanke ich einer Vorlesung von Frau Prof. Maria Moog-Grünewald zu „Sprache und Bild/Ekphrasis“ im WS  2017 an der Universität Tübingen. AD Rösch hat mich mit seinem Kommentar zum post Nr 110 sehr in meinem ‚Zeichen‘ -Ansatz gestärkt! Unendlicher Dank!

 

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