Eine moralische Pflicht zur Kreativität? ( Nr. 106)

„Frau mit Kandelaber“ 2017; Frottage, Aquarell

Jeder kunstinteressierte Mensch wird bei dieser Vorstellung befremdet den Kopf schütteln. Aber das gibt es natürlich dort, wo es um Aufträge und Termine geht. Aber in der freien Kunst? Ich habe Kunst so verinnerlicht, daß tägliches kreatives „Training“ zum Imperativ geworden ist.

Die obige Skizze entstand in einer Phase „kreativer Windstille“. Ich saß im Atelier und war mir dieser unangenehmen Situation bewußt. Zugrunde liegt eine tiefe Angst der kreative Lebensfaden könnte reißen- und was dann? Völlig uninspieriert legte ich ein  kleinkariertes Plastik-Gitter unter ein Blatt dünnes Notizpapier und begann mit einem Grafitblock zu rubbeln (frottieren). Der Prozess entwickelte sich extrem entspannt und dennoch war meine Aufmerksamkeit geweckt. Die entstehende Fläche provozierte Akzente und Richtungsstriche- „Beine“, „Kopf“, „Kerzen“ Nichts Großes. Aber diese kleine Erfolg hat mir über den „Hänger“ hinweggeholfen.

p.s. Natürlich gibt es viele Möglichkeiten mit einer solchen Situation zurecht zu kommen: Gespräche, Alltags-Beobachtungen, kritzeln oder auch herumhängen, „chillen“ ohne Angst: im Wissen, daß es irgendwie immer weiter geht.

English Summary

Lost of creativity?

For me creativity is a vital need, a vitamin. I am horrified by the vision of a breakdown of creativity, drying out of this central power of my life.Sitting in the studio and realizing that this was one of those frightening moments I saw a plastic grid right in front of me, layed it under a piece of cheap note-paper and started rubbing with a graphit-bloc. I just played around, easy, no inspiration. I watched a kind of old fashion lady growing on the paper- legs, head and a chandelier. This little success and my starting interest proved that my creativity was stll alive.: „Hurrah!“ Silly? Yes! But it helps.

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