“ Die Schöne ist gekommen „

Nofretete, Kalkstein bemalt, um 1360 v. Chr. , Neues Museum, Berlin

Die schöne Nofretete habe ich schon einige Male gesehen, aber als ich sie nun im Neuen Museum in Berlin zum ersten Mal frisch von der Kosmetikerin/ Restauratorin sah, verstand ich plötzlich das Getue um die Gattin des Pharaos Echnaton. Sie hat mich umgehauen, weil ich nun in ihr, die um 1360 v.Chr. gelebt hat, die verführerische Distanz verstand, in der sich schöne Frauen schon immer gern sahen und sehen und weil ich wusste, dass die Porträts zu ihrer Zeit ansonsten durchweg hässlich waren. Denn mit der von Echnaton verordneten Verehrung Atons als einzigem Gott ging für eine kurze Zeit eine ästhetische Revolution einher, die die maskenhafte Stilisierung der älteren Kunst wegwischte.

  • Die Beleuchtung des Kopfes von oben verleiht der Nofretete eine Erhabenheit, die die Übersetzung ihres Namens, “ Die Schöne ist gekommen“ verstehen lässt.
  • Erst zuhause bemerkte ich dann verblüfft,dass ich mit meinem diskreten Schnappschuss einen stummen Dialog zwischen der leicht herablassend blickenden Göttlichen und einem sie gebannt anstarrenden jungen Mann eingefangen hatte.
  • For the first time after the restauration I saw the portrait of Nofretete  in the Neue Museum at Berlin and was smashed by her liveliness. It was a conincidence that I  caught this young man on my snapshot staring  probabely the same way at her as I did. 

…nicht immer nur Höhenflüge.

Jeder Mensch, der Kunst als Lebensinhalt oder „Lebensmittel “ wählt, muss sich daran gewöhnen, dass es nicht immer nur Höhenflüge gibt. Das unangenehme Gefühl abzustürzen oder vor verschlossener Tür zu stehen, führt zu Selbstzweifeln. In einem sochen Moment las ich vorgestern einen Satz des Malers Ansgar Jorn, der einen bitter-süß lächeln lässt: “ Kunst ist das, was man nicht kann.“ Also probiere ich den ‚Neustart‘ ohne Kunst- Absichten. Ich lasse einen Zeichen-Teppich wachsen (kann ich im Schlaf), zeichne zwei Becher mit Stiften, zum Einschlafen, und dann noch drei Frauen, die ich nüchtern beobachte, mit magerem Ergebnis. Ich will nicht klein beigeben. Mit Farbe und Kaffeesatz bringe ich etwas Leben in die Bude. Das ist noch nicht umwerfend, aber der Schock scheint überwunden zu sein. Genauso unberechenbar wie die Ernüchterung zuschlug, wachsen die Lebensgeister wieder.  Möglicherweise wirkten kleine Erfolge bei meiner aktuellen Holzarbeit oder eine gelungene Computer- Grafik als Verstärker.

 

Eine kleine Nachtmusik und die Synästhetik

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Advent chamber orchestra. Quelle: Free music archive. 

Synästheten können bestimmten Tönen Farben oder Geschmacksrichtungen zuordnen. Und natürlich auch umgekehrt. In der Kunst ist W. Kandinsky ein berühmter Vertreter. Er malte ‚Kompositionen ‚ wie Musikstücke. Mozarts ‚ kleine Nachtmusik ‚ habe ich auf dem iPad in ‚Echtzeit‘ des  gewählten Ausschnitts gezeichnet. Dabei waren Rhythmus und Tempo tragend, während die blitzschnellen Farbentscheidungen keiner genauen synästhetischen Prüfung standhalten würden. Was mich mehr interessiert ist das Verhalten meines Gehirns, das sofort bereit ist eine Beziehung zwischen Musik, Form und Farbe wahrzunehmen. Möglicherweise liegt hier eine der Ursachen für meine Liebe zur Oper!!

Happy birthday

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Nachdem mich facebook bei einem Zeichen-Video auf die Urheberrechte hinwies, wählte ich für das Video ‚happy birthday‘ einen anderen Weg. Die Zeichnung entstand ebenfalls mit My brushes auf dem iPad. Nun richtete ich die iPhone-Kamera auf das iPad, begann die Aufzeichnung und spielte dazu mit einer Handvoll Glocken und Glöckchen aus der Sammlung meiner Frau. Als ich dabei das Stativ umstieß, war das tragikomische Ende programmiert. Was ich immer wieder als Herausforderung empfinde, ist es eine Zeichnung in 2 Minuten ohne Korrektur-Möglichkeit zu erstellen. Dabei kann die akustische Parallele durchaus disziplinieren!

Wer hat den größten Whopper oder das Urteil des Paris

Drei junge Frauen sitzen auf der Kirchentreppe. Vor ihnen hampelt ein Jüngling. Alle vier essen heißhungrig einen Döner o. ä.

Strassenszenen zu skizzieren ist eine Herausforderung an das schnelle Erfassen und umsetzen. Als ich am Samstag diese Skizze machte, war mir allerdings der Zusammenhang noch nicht klar, für den das vermehrt gilt. Ich meine das schnelle Zeichnen auf dem touch screen um einen erträglichen blog-post hinzubekommen. Genau darum ging es mir in den letzten beiden Tagen. Mein erster Versuch einen Zeichenvorgang festzuhalten, geriet mit über 5 Minuten entschieden zu lang. Zur grausamen Gewissheit wurde dies als mein host word press meldete, dass mehr als 8 MB nicht hochgeladen würden. Mein zweiter , wesentlich kürzerer Versuch hatte immer noch 49,5 MB. Als ich ihn auf 8 MB komprimierte, gab es arge Qualitätseinbussen. Also musste ich schneller zeichnen. So einfach ist das!!

iPhone- Ästhetik

Ich versuche etwas von der Frische der Bildschirm- Grafik zu lernen…

  Lustiger Anfang

Und Weiterbearbeitung…

Buntstifte, schwarzer Marker, Tusche: Der Versuch etwas davon in eine neben einem TV-Krimi entstehende Zeichnung zu übernehmen, überzeugt nicht. Abendliches Stehlampen-Licht beim Abfotografieren macht die Sache auch nicht brillanter. Aber ich bleib dran!!

Skogliose/ scogliosis

Als ich die Röntgenbilder sah, bin ich ziemlich erschrocken! Um diesen Eindruck aufzuarbeiten, habe ich  an ein Gespinst von Linien mit Tusche gedacht, dann mich aber an die leuchtenden Kontraste des iPhones erinnert. Unter ‚Notizen ‚ habe ich mit einem kleinen Gummistift und Fingern gezeichnet. Störend fand ich, dass die Farbe weiß nur mit der Radierfunktion und nicht mit den Zeichenstiften ging . Während der Arbeit hat sich die ästhetische Funktion immer weiter von der abbildenden entfernt. Die gelbe Vertikale wird beim Betrachten der Röntgenbilder zur Orientierung verwendet. Die Arbeit war letztlich nicht zufriedenstellend. Mal sehen, ob ich noch eine geeignete Mal-App finde.

When  I saw the x-ray of my  spine  I  was  shocked  of  a pretty  strong scogliosis. To  put  this    experience  in  my art  language, I designed  on the i-Phone display. 

 

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Learning by doing- Lernen durch Handeln?

I am deeply convinced that this concerns particularly art.

 

iPhone shot 02.03.2017. Certainly not art, but special.

„You press the button- we do the rest“ was the famous commercial of Kodak at the end of the 19th century. Does this already mean doing, handeln? Yes it is an esthetic action in many respects. It starts with looking, awareness and “ focussing“. In foto -shows you have probably often asked yourself what that has to do with art. This issue has been raised since the very beginning of fotografy in early 19th century. In our brain we have still the two separate continents art and fotografy. Only when we recognize some special effects or xxl formats we are willing to speak of art. But we should not forget that there are advantages of fotografy to art: the promptness and „hot line“ to the here and now. Developments go to smaller, faster , elaborated cameras and unlimited storage. And this opens a door to the famous „Everybody is an artist“ by Joseph Beuys and others. And it is certainly a precious tool for our modern esthetic education. Don’t you think so?  Weiterlesen